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Testament schreiben - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ein handschriftliches Testament gibt dir die Möglichkeit, dein Vermögen nach deinem Tod gemäß deinen Wünsche zu verteilen.

Ein eigenhändiges Testament ermöglicht dir, schriftlich spezifischen Anweisungen für die Verteilung deines Eigentums, einschließlich der Bestimmung deiner Erben festzulegen.

Zudem ist es möglich, persönlichste Angelegenheiten wie die Vormundschaft für minderjährige Kinder in diesem Dokument festzulegen.

Nichtsdestotrotz ergibt eine Studie der Deutschen Bank, dass nur 39 Prozent aller potenziellen Erblasser bereits ein Testament gemacht haben.

Dies kann durchaus nachvollziehbare Gründe haben, da die Erstellung eines Testaments und somit die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit Unsicherheiten auf unterschiedlichen Ebenen erzeugen kann.

Wir haben daher eine Vielzahl der Fragen, die unseren VorsorgePlaner:innen in ihren täglichen Gesprächen zum Thema gestellt werden, gesammelt, strukturiert und für dich beantwortet.

Lese weiter und erhalte konkrete Antworten auf Fragen, die Menschen bewegen, wenn sie ihr Testament schreiben.

Hand unterschreibt ein Testament.

Die Erstellung eines handschriftlichen Testaments kann Fragen aufwerfen. / Bildquelle: Pixabay - Pexels.com

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Häufig gestellte Fragen zum eigenhändig verfassten Testament

Im Folgenden findest du echte Fragen unserer Kunden. Wir haben diese dokumentiert und nach Themengebieten geordnet.

Sofern du eine einen kostenlosen Vordruck für ein handgeschriebenes Testament benötigst, findest du diesen hier:

Vorbereitungen für das eigenhändige Testament

Finde hier Antworten auf die Fragen, die sich unsere Kunden vor der Erstellung ihres persönlichen Testaments stellen.

Wozu benötige ich ein Testament?

Wenn Du kein Testament erstellst, wird Dein Eigentum und Vermögen in der Regel entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen verteilt.

Dies kann bedeuten, dass Dein Vermögen an Personen geht, die Du vielleicht nicht als Erben bestimmen möchtest oder dass sich Erbstreitigkeiten unter den Hinterbliebenen entwickeln.

Durch die Erstellung eines Testaments hast Du die volle Kontrolle darüber, wer Dein Eigentum erbt, und Du kannst auch die Vormundschaft für Deine Kinder und andere wichtige Angelegenheiten im Zusammenhang mit Deinem Tod regeln.

Insgesamt bietet ein Testament Dir die Möglichkeit, eine klare und umfassende Anweisung für die Verteilung Deines Vermögens nach Deinem Tod zu geben und sicherzustellen, dass Deine Wünsche respektiert werden

Was passiert ohne Testament?

Wenn Du ohne Testament verstirbst, wird Dein Eigentum und Vermögen in der Regel entsprechend der gesetzlichen Erbfolge verteilt.

Das heißt, die gesetzliche Erbfolge bestimmt, wer Deine Erben sein werden, wenn du kein Testament erstellst.

Die gesetzliche Erbfolge wiederum hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel ob Du verheiratet bist oder Kinder hast.

Wenn Du beispielsweise verheiratet bist und keine Kinder hast, wird Dein Ehepartner in der Regel Dein gesamtes Vermögen erben.

Wenn Du jedoch Kinder hast, wird Dein Ehepartner nur einen Teil Deines Vermögens erben, während der andere Teil an Deine Kinder geht.

Wen kann ich in meinem Testament berücksichtigen?

Als Testierender kannst du im Testament grundsätzlich jeden berücksichtigen, dem du Vermögen oder andere Vermögenswerte hinterlassen möchtest.

Dies können zum Beispiel Familienmitglieder, Freunde, wohltätige Organisationen oder andere Personen sein, die dir wichtig sind.

Du solltest jedoch beachten, dass bestimmte Personen wie Ehegatten, Kinder und Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Teil des Erbes haben können und deshalb nicht vollständig enterbt werden können.

Zudem gibt es Einschränkungen bei der Erbfolge in Bezug auf adoptierte und nicht eheliche Kinder.

Schwarz weiß gefleckte Katze schaut in die Kamera.

Haustiere können keine Erben sein, jedoch in einem Testament berücksichtigt werden. / Bildquelle: Manja Vitolic - unsplash.com

Kann ich meine Haustiere in das Testament einsetzen?

Haustiere kannst du nicht als Erben in deinem Testament einsetzen. Nichtsdestotrotz kann man auch sein Haustier in seinem Testament bedenken.

Hierfür kann man eine Person als Tierpfleger bestimmen und dementsprechend Anweisungen und Vermögen für die Pflege und Versorgung des Tieres hinterlassen.

Wichtig: Haustiere sind juristisch betrachtet keine "Personen", sondern als "Sachen" klassifiziert. Hinterlasse daher klare Anweisungen und stelle sicher, dass das Tier nach deinem Tod gemäß deinen Wünschen behandelt wird und es auch tatsächlich in guten Händen ist.

Was passiert, wenn nur ein Ehepartner im Grundbuch steht und stirbt?

Wenn nur ein Ehepartner im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist und dieser Ehepartner verstirbt, hängt die Verteilung des Eigentums vom Güterstand ab, der während der Ehe vereinbart wurde.

In Deutschland gibt es die folgenden drei Güterstände:

Im Fall einer Zugewinngemeinschaft gilt:

Wenn während der Ehe der Güterstand der Zugewinngemeinschaft vereinbart wurde, wird nach dem Tod des Ehepartners der Zugewinn ermittelt und zwischen dem überlebenden Ehepartner und den Erben des verstorbenen Ehepartners geteilt.

Im Fall einer Gütertrennung gilt:

Wenn während der Ehe der Güterstand der Gütertrennung vereinbart wurde, bleibt das Eigentum und Vermögen des verstorbenen Ehepartners bei den Erben. Ist dies nicht der überlebende Ehepartner, geht dieser leer aus.

Im Fall einer Gütergemeinschaft:

Wenn während der Ehe der Güterstand der Gütergemeinschaft vereinbart wurde, geht das Eigentum und Vermögen des verstorbenen Ehepartners auf den überlebenden Ehepartner über.

Tipp unserer VorsorgePlaner:innen:

Werfe frühzeitig einen Blick in das Grundbuch, um Überraschungen zu vermeiden. Es gibt immer wieder Fälle, bei denen überlebende Ehepartner erst nach dem Tod des Partners erfahren, dass sie gar nicht (Mit-)Eigentümer der Immobilie sind, in der sie seit Jahrzehnten leben.

Notarin stempelt ein Testament.

Handschriftliche Testamente können ohne Notar erstellt werden. / Bildquelle: Stephen Goldberg - unsplash.com

Ist das notarielle Testament besser als das handschriftliche?

Eine klar bessere Variante des Testaments gibt es nicht. Beide Varianten, das notarielle und das handschriftliche Testament, haben ihre Vor- und Nachteile.

Das notarielle Testament wird in der Regel von einem Notar beurkundet, der die korrekte Form und die Einhaltung formaler Anforderungen überprüft.

Dies ist ein Vorteil, sofern es zu einem Streitfall vor Gericht kommen sollte.

Außerdem wird das notarielle Testament in einem zentralen Register gespeichert und kann nicht so leicht verloren gehen.

Nachteile eines mit einem Notar erstellen Testament sind die anfallenden Kosten. Dazu muss man einen persönlichen Termin beim Notar vereinbaren. Längere Wartezeiten sind hier durchaus üblich.

Das handschriftliche Testament kann man hingegen jederzeit und ohne große Kosten selbst verfassen. Zwingend notwendig bei dieser Variante ist es, das eigene Testament selbst handschriftlich niederzuschreiben. Außerdem muss es datiert und dem Ersteller unterschrieben sein.

Selbstverständlich muss der Ersteller auch dafür Sorge tragen, dass das Testament nach seinem Tod auch gefunden wird. Am besten hinterlegt man das Testament physisch gemeinsam mit weiteren Verfügungen und Vollmachten in einer vollständigen Vorsorgemappe und online. Ein digitaler Tresor ist hierbei die sicherste und zudem kostenfreie Möglichkeit.

Zusammengefasst ist es also eine individuelle Entscheidung, ob man ein notarielles oder ein handschriftliches Testament bevorzugt.

Wenn Du Dir unsicher bist, welches Testament für Dich das Passende ist, kann eine Erstberatung mit einer unserer VorsorgePlaner:innen hilfreich sein und dich in deiner persönlichen Vorsorgeplanung unterstützen.

→ Jetzt Expert:in kontaktieren

Wann macht ein Berliner Testament Sinn?

Ein Berliner Testament kann sinnvoll sein, wenn man sichergehen möchte, dass der überlebende Ehepartner abgesichert ist und nach dessen Tod das Vermögen auf die gemeinsamen Kinder übergeht.

Vor allem in Fällen, in denen die Ehepartner keine Kinder aus anderen Beziehungen haben oder sicherstellen möchten, dass die Kinder gleichberechtigt erben, kann das Berliner Testament eine gute Lösung sein.

Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass durch ein Berliner Testament die Verfügungsfreiheit der Kinder eingeschränkt wird.

Diese können das Erbe nämlich erst nach dem Tod beider Elternteile antreten. Dies kann insbesondere bei großen Vermögen und längeren Lebenserwartungen der Eltern zu Einschränkungen führen kann.

Auch solltest du bei dieser Art des Testaments beachten, dass bei Änderungen beide Ehepartner zustimmen müssen. Dies kann Konflikte auslösen.

Eine kostenlose Vorlage zur Erstellung eines Berliner Testaments findest du hier:

→ Kostenloser Vordruck Berliner Testament.

Das private Testament - So schreibst du dein Testament

Du hast dich für die Erstellung eines handschriftlichen Testaments entschieden. Im Folgenden findest du Antworten auf die Fragen, die unseren VorsorgePlaner:innen von Vorsorgenden zur Erstellung Ihrer Testamente gestellt wurden.

Wie soll ein handgeschriebenes Testament aussehen?

Ein handgeschriebenes Testament muss bestimmte formale Anforderungen erfüllen, um gültig zu sein.

Zudem sollte man darauf achten, klar und einfach zu formulieren. Es dürfen zudem keine Widersprüche zu bereits vorhandenen Testamenten oder Erbverträgen bestehen.

Versehe das Testament mit einer Überschrift, die den Inhalt klar beschreibt. Achte darauf, dass das Testament verständlich formuliert ist und keine Unklarheiten aufweist.

Wie schreibe ich ein Testament ohne Notar?

Grundsätzlich kann ein Testament auch ohne Hilfe eines Notars erstellt werden. Ein handschriftliches Testament kann einfach und ohne Hilfe von Notaren erstellt werden. Beachte, dass einige formale Anforderungen erfüllt sein müssen, damit die im Testament geregelten Festlegungen berücksichtigt werden (siehe vorherige Antwort).

Wenn man ein Testament ohne Notar verfasst, sollte man es an einem sicheren Ort aufbewahren und gegebenenfalls eine Vertrauensperson über dessen Existenz informieren. Zudem ist eine digitale Speicherung der gesamten Vorsorge-Unterlagen in einem digitalen Tresor ratsam.

Wann sollte man ein Testament beim Notar machen?

Ein Testament beim Notar ist besonders sinnvoll in folgenden Fällen:

  1. Wenn es komplizierte Vermögensverhältnisse gibt, wie zum Beispiel Firmenbeteiligungen, Auslandsvermögen oder komplizierte Anlagestrukturen.
  2. Wenn es Streitigkeiten unter den potenziellen Erben gibt oder man befürchtet, dass es zu Streitigkeiten kommen könnte.
  3. Wenn es kein nahes Familienmitglied gibt, dem man das Testament anvertrauen kann.
  4. Wenn man eine Stiftung gründen oder gemeinnützige Organisationen bedenken möchte.
  5. Wenn man sich unsicher ist, ob man das handschriftliche Testament korrekt erstellt hat.

Ein Notar kann auch bei der Wahl der optimalen Testament-Form beraten und sicherstellen, dass das Testament alle notwendigen formellen Anforderungen erfüllt und somit im Erbfall wirksam ist.

aelteres Paar sitz auf einer Bank und schaut auf das Meer.

Handschriftliche Testamente hinterlassen Klarheit. / Bildquelle: Matt Bennett - unsplash.com

Wie schreibe ich ein Testament als Alleinerbe?

Wenn du ein Testament als Alleinerbe erstellen möchtest, musst du zunächst bedenken, dass du im Falle des Ablebens der anderen Erben alleiniger Erbe wirst.

Du solltest also in deinem Testament genau festlegen, wer welche Vermögenswerte und Vermögenswerte erhält und welche Bedingungen an die Erbschaft geknüpft sind.

In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass du dein Testament klar und präzise formulierst, um Missverständnisse und mögliche Konflikte unter den Erben zu vermeiden.

Ansonsten gibt es keine Unterschiede in der Erstellung eines Testaments als Alleinerbe im Vergleich zu anderen Formen des handschriftlichen Testaments.

Wie schreibt man ein Testament Beispiel?

Im Folgenden findest du einen Vorschlag für einen Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung deines eigenen Testaments:

  1. Überlege, wer deine Erben sein sollen und welche Vermögenswerte du ihnen hinterlassen möchtest.
  2. Lade den kostenlosen Vordruck für dein Testament herunter.
  3. Wähle Formulierungen für dein Testament, die klar und unmissverständlich sind.
  4. Bestimme eine Person, die deinen letzten Willen umsetzen soll.
  5. Nutze ggf. weitere Vorlagen, die deine Vertrauensperson auch nach deinem Tod und vor der Testamentsvollstreckung handlungsfähig machen.
  6. Schreibe das Testament von Hand und verwende dabei ein Datumsfeld.
  7. Unterschreibe das Testament am Ende mit vollem Namen und Datum. So machst du das Testament kenntlich.
  8. Hinterlege das Testament physisch gemeinsam mit weiteren wichtigen Verfügungen und Vollmachten an einem sicheren und für deine Angehörigen erreichbaren Ort.
  9. Mache digitale Kopien deines Testaments und hinterlege diese online in einem passwortgeschützten Bereich. Dein kostenloser digitaler Tresor ist im Ernstfall für hinterlegte Dienstleister, wie zum Beispiel deine VorsorgePlaner:in, oder deine Vertrauensperson erreichbar.

Tipp unserer VorsorgePlaner:innen: Das Testament sollte eindeutig und leicht verständlich formuliert sein, damit es im Ernstfall nicht zu Unklarheiten kommt.

Nutze weitere Vordrucke zu Verfügungen und Vollmachten, um dein Testament zu ergänzen. Eine Vielzahl an kostenlosen Vordrucken findest du in unserem Vorsorge-Center.

Was sind gängige Formulierungen für ein handschriftliches Testament?

Ein handschriftliches Testament wird in der Regel individuell formuliert. Nichtsdestotrotz sind Formulierungsvorlagen hilfreich, um im Testament bestimmte Inhalte festzuhalten.

Im folgenden findest du einige Vorschläge für Formulierungen, die für die Erstellung deines Testaments hilfreich sein können:

Einleitung:

Haupteil:

Schluss:

Weitere Fragen zum Testament

Ist das Testament geschrieben und sicher hinterlegt, kann es zu weiterführenden Fragen kommen. Oft beziehen sich die Fragen auf das Verhältnis des Erblassers zum Erben.

Richter schlaegt seinen Hammer.

Die gesetzliche Erbfolge greift, wenn es kein Testament gibt. / Bildquelle: Ekaterina - Pexels.com

Was regelt die gesetzliche Erbfolge?

Die gesetzliche Erbfolge regelt, wer nach dem Tod einer Person erbt, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorhanden ist.

Die gesetzlich vorgesehene Erbfolge gilt, wenn keine abweichenden Regelungen getroffen wurden und keine Verfügung von Todes wegen, sprich ein Testament, existiert.

In Deutschland gilt die gesetzliche Erbfolge nach der Verwandtschaftsordnung. Diese teilt die möglichen Erben in verschiedene Ordnungen ein:

Hier ist zu beachten, dass die Ordnung, die näher mit dem Erblasser verwandt ist, alle weiter entfernten Ordnungen ausschließt. Ist ein Erbe in einer Ordnung vorhanden, kommen die Erben aus der nächstfolgenden Ordnung nicht zum Zuge.

Beachte, dass die gesetzliche Erbfolge keine individuellen Wünsche oder Bedürfnisse berücksichtigt. Möchtest du sicherstellen, dass Dein Vermögen nach Deinen Wünschen aufgeteilt wird, ist das Testament Schreiben unumgänglich.

Schematische Darstellung der gesetzlichen Erbordnung

Schematische Darstellung der gesetzlichen Erbordnung - Bildquelle: VorsorgePlaner.online

Ist man automatisch enterbt, wenn man nicht im Testament steht?

Nein, das ist nicht unbedingt der Fall. Wenn jemand in einem Testament nicht ausdrücklich bedacht wird, bedeutet das nicht automatisch, dass er oder sie enterbt ist.

Es kann sein, dass das Gesetz in einem solchen Fall eine gesetzliche Erbfolge vorsieht, die auch Personen einschließt, die im Testament nicht erwähnt werden.

Allerdings kann ein Testament dazu beitragen, den Willen des Erblassers klarer zu definieren und mögliche Streitigkeiten unter den Hinterbliebenen zu vermeiden.

Erhalten uneheliche Kinder automatisch ihren Pflichtanteil?

Ja, auch uneheliche Kinder haben einen Anspruch auf ihren Pflichtteil.

Es ist gesetzlich geregelt, dass auch Kinder, die nicht in einer Ehe oder eingetragenen Lebenspartnerschaft geboren wurden, ein Recht auf den gesetzlichen Erbteil haben.

Dies gilt auch, wenn das Kind nicht vom Vater anerkannt wurde oder keine enge Beziehung zu ihm hatte.

Wann bekommt ein Kind keinen Pflichtteil?

Ein Kind hat normalerweise einen gesetzlichen Anspruch auf den Pflichtteil des Erbes seines verstorbenen Elternteils. Gibt es kein Testament, greift in der Regel die gesetzlich gültige Erbfolge.

Es gibt jedoch bestimmte Umstände, unter denen das Kind möglicherweise keinen Anspruch auf den Pflichtteil hat. Beispiele hierfür sind:

In solchen Fällen kann der Erblasser das Kind in seinem Testament von der Erbfolge ausschließen, einschließlich des Pflichtteils.

Kann man ein Kind enterben ohne Pflichtteil?

In Deutschland ist es grundsätzlich möglich, ein Kind zu enterben. Allerdings hat das enterbte Kind in der Regel einen Anspruch auf seinen Pflichtteil, es sei denn, es hat sich schwer gegen seine Eltern vergangen.

Beispiele für diese schweren Vergehen sind:

Allerdings muss jede Situation individuell betrachtet werden. Zudem sollte immer eine rechtliche Beratung in Anspruch genommen werden, um sicherzustellen, dass die Entscheidung rechtens ist.

Wie hoch ist der Pflichtteil trotz Testament?

Es ist gesetzlich festgelegt, dass ein Kind auch dann einen Pflichtteil erhält, wenn es im Testament enterbt wurde.

Die Höhe des Pflichtteils hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Anzahl der gesetzlichen Erben, dem Wert des Nachlasses und den konkreten Umständen des Einzelfalls.

In der Regel beträgt der Pflichtteil die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, den das Kind ohne Testament erhalten hätte. Es kann jedoch Ausnahmen geben, beispielsweise wenn der Pflichtteilsberechtigte durch sein Verhalten zum Erblasser einen wichtigen Grund für die Enterbung gegeben hat.

Unser Tipp

Lassen Sie sich beraten

Um alle Eventualitäten abzudecken und bestmöglich abgesichert zu sein, empfehlen wir sich von qualifizierten, zertifizierten Vorsorge-Experten beraten zu lassen. Dies geht ganz einfach online, kostenlos und unverbindlich.

Zum Schluss ein Hinweis, der oft vernachlässigt wird:

Wählen Sie die richtigen Aufbewahrungsorte für Ihre Vollmachten und Verfügungen - sowohl online als auch offline. Es ist schon häufig vorgekommen, dass gewünschte Maßnahmen nicht berücksichtigt wurden, da man keine Kenntnisse über die Verfügung und Ihren Aufenthaltsort hatte bzw. diese den Ärzten nicht vorlagen.

Vermeiden Sie dies mit einer Erstellung Ihres persönlichen und kostenlosen Vorsorge-Accounts. Von Ihnen freigegebene Angehörige und Dienstleister können so online Ihre Verfügungen und Wünsche abfragen und berücksichtigen.

Anmerkung: Dieser Text und die vorstehenden Ausführungen sollen Ihnen einen ersten Überblick zum genannten Thema geben, aber ersetzt nicht eine juristische, ärztliche oder steuerrechtliche Beratung.

Weitere Hinweise: § 1901a Bürgerliches Gesetzbuch - Bundesministerium der Justiz

Weitere Vorlagen:

Zusammenfassung - Häufige Fragen zum Schreiben eines Testaments

Testamente legen die Wünsche zur Verteilung von Eigentum und Vermögen fest. Auch wenn die in diesem Testament festgehaltenen Entscheidungen weitreichende Folgen haben können, ist ein neues Testament schnell und unter Berücksichtigung weniger formaler Aspekte rechtsgültig erstellt.

Trotzdem kann es immer wieder zu individuellen Fragen kommen, die eine persönliche Beratung notwendig machen.

Spreche früh mit deinem Partner oder Vertrauenspersonen über deine Vorsorgemaßnahmen und hinterlege deine Entscheidungen digital. Somit stellst du sicher, dass deinen Wünschen im Ernstfall entsprochen werden.

Weitere Hinweise: § 1827 Bürgerliches Gesetzbuch - Bundesministerium der Justiz

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